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«Der Glocken Schlag»
Ein etwas längerer Kommentar

1934 erschien der immer noch lesenswerte Kriminalroman «The Nine Tailors» von Dorothy L. Sayers. Deutscher Titel: Der Glocken Schlag. Erschlagen vom Gehämmer der Glocken christlicher Observanz fühlen sich laut Aargauer Zeitung offenbar nicht nur Herr Alfred Naef in Wädenswil, sondern vielerorten Bewohner in Kirchturmnähe.

Denn «Stille Nacht, heilige Nacht» zu fordern, nämlich das Schweigen der Glocken in der Nacht, scheint nicht nur ein akustisches Problem zu sein, sondern auch ein konfessionspolitisches und somit auch ein gesellschaftliches, das mittlerweilen beim Bundesgericht gelandet ist, das nun einnmal mehr denkwürdig entschieden hat, nämlich für die Nachtruhestörung.

Mit «Bim-Bam-Bimmel» (Goethe) haben sich die Kirchen beharrlich für die Tradition gewehrt, jede Nacht auch wirklich jede Viertelstunde ins Land dröhnen zu dürfen, als gäbe es keine Küchen-, Stuben- und Armbanduhren.

Dass es aber immer mehr «müde Erdenwaller» (Schubarth) gibt, die Glauben und Transzendenz als Privatsache oder – trotz Dantes Inferno-Drohungen – Gott als humane Erfindung (Feuerbach) betrachten, und folglich der Glocken Schlag nicht als existentielle Notwendigkeit sehen, müsste den Glaubensverwaltungen immerhin ein Denkangebot wert sein, das sie nicht glaubensstur und konfessionsstarr verspielen sollten.

Denn wer weiss schon, was in noch einmal zweitausend Jahren sein wird? Es könnte ja sein, dass dereinst Monotheismen verschwinden wie seinerzeit der Glaube an die Götterwelten der Ägypter, Griechen und Römer. Und was dann? Kujoniert uns dann der Supercomputer DigiGaga 3.0, oder beten wir zu Darth Vader?

Um nicht missverstanden zu werden: Die Religions- und Glaubensfreiheit sind nicht anfechtbar. Sie beinhalten aber auch das Recht, frei von Religion und Glauben sein zu dürfen. Man nennt das dann auch Toleranz mit oder ohne Glocken.


Zum Thema Glocken und Redensarten hier noch ein leicht satirischer Beitrag von Ernst Bannwart: «Jetzt schlägt's 13!»


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Herrn Glocken-Müller ins Gebetbuch

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Michel Müller, Kirchenrats-präsident der ev.-ref. Kirche des Kantons Zürich, empfindet Kirchenglocken als «Musik-instrument». Das mag ja sein, dass dieses montone Gebammel als willkommene Minimalmusic von Kirchturms Gnaden wahr-genommen wird. Ob allerdings gemäss Herrn Müller «Die Kirche im Auftrag der ganzen Gemeinschaft läutet», ist zumindest statistisch nicht ganz korrekt.

Dazu ein paar Zahlen aus dem Jahr 2010 in sein Gebetbuch: Röm.-kath. Landeskirche: 38,8%, ev.-ref. Landeskirche: 30,9% Anteil.

Islam. Glaubensgemeinschaften: 4,5% und die jüdischen: 0,2%. Der Anteil der Konfessionslosen beträgt Ende 2010 20,1%, das entspricht einer Zunahme von 8,9 Prozentpunkten seit der Volkszählung 2000. Die Tendenz hält vor.

Abnahme bei der ev.-ref. Landes-kirchen: 3,7 Prozentpunkte bei der röm.- kath., 3,2 bei der ev.-ref. Landeskirche. Der Anteil der islam. Glaubensrichtung ist um 0,9 Prozentpunkte gestie-gen. Die Tendenz hält vor.

Dies hier einfach von wegen «Ganzer Gemeinschaft». Nicht zu reden von jenen, welche ihren Glauben nicht praktizieren oder sich nicht getrauen, aus gesellschaftlichen Gründen zu ihrem Atheismus oder ihrer Agnostik zu stehen.

Friedfertige Besinnungspause im Advent

27. November 2018

Vier Lichter könnten uns sofort aufgehen. Ein erstes für etwas mehr Weisheit im Denken, ein zweites für mehr zivilcouragierte Stärke, ein drittes für etwas mehr Ästhetik im Umfeld und ein viertes schliesslich als Symbol der Hoffnung, Besseres voraussehen zu dürfen (meliora praesumo).

Was auch immer geschehen soll: Friedfertig und entspannend sei unsere Adventszeit. In Ordnung. Auch für Sie. Und man muss ja nicht immer reden ... oder schreiben.

Angesagt ist jetzt eine Besinnungspause, etwas mehr Stille und Konzentration auf Wesentlicheres als Politik und Wintermode. Habe wirklich noch Anderes zu tun. Fragen Sie nicht was. Doch: Abnehmen zum Beispiel. Obsolete Akten entsorgen. Oder endlich mal das Medizinschränkchen ausräumen.

Fazit: Im Dezember erscheinen keine Depeschen-Bulletins. Ab Januar 2019 dann aber schon; und das in bewährt griffiger Manier.
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Fünftes Buch ist erschienen
und kann bestellt werden.

26. November 2018

Hier erfahren Sie mehr dazu.
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«Die schaffen das!»

25. November 2018

Am Samstag, 17. November 2018: Grosseinsatz der aargauischen Kantonspolizei. 140 Beamte kontrollierten Fahrzeuge und Insassen. Fazit: 13 Verhaftungen auf dem Platz oder nach Flucht. Ist doch beachtlich. Angesichts der zwar sinkenden aber immer noch belastenden Einbruchszahlen sind solche Razzien doch sehr zu begrüssen. Warum nicht gleich jede Woche und zwar schweizweit? Ist aber vermutlich eine Budgetfrage und der Verfügbarkeit der Beamten für Sondereinsätze.
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