Aphorismen

Nichts Neues in Ost und West?

Versuchen Sie mal weltpolitisch etwas wirklich neues zu sagen, von dem Sie glauben, das habe noch niemand gesagt. Sie werden wahrscheinlich scheitern. Ich versuch's trotzdem ohne Anspruch auf Vollzähligkeit und Wahrheit.

US-Präsidenten: Da hat man gedacht Bush jr. sei nicht mehr zu unterbieten und prompt kommt dieser Immobilienhändler und behandelt die Welt wie einen Wohnblock, aus dem er die Mieter beliebig reinholen oder rausschmeissen kann.

Israel: Seit 1948 ein geopolitischer Konflikt, der seit bald 70 Jahren von fundamental-religiösen Vorurteilen und Blockinteressen sowohl weltweit wie regional am Kochen gehalten wird. Scheinbar hoffnungsloser Fall.

Religionskriege: Mehr oder weniger durch Glaubensdenomination befeuerte Konflikte zum Exempel in Syrien, Afghanistan, Irak, Nigeria, Jemen und die Querelen zwischen Iran (Schiiten) und Saudis (Sunniten), die an unsere Religionskriege erinnern, die im 30-jährigen kulminierten und auch noch im 20. Jahrhundert ihre Nachwehen verspürten (Belfast).

Ukraine und Krim: Auch da stehen Legalitätsprobleme einander gegenüber, die auf Widerrede und Aussage gegen Aussage beruhen und der Tatsache geschuldet sind, dass sich die Parteien nicht an Abmachungen halten können.

Weltmächte USA, Russland und China: Von Bedeutungsgerangel zu sprechen, ist wahrscheinlich nicht ganz falsch und milde gesprochen. Unangenehme Stichworte könnten sein: Egomanischer Grössenwahn des Häuserhändlers, kaltblütige Machtpolitik eines Ex-KGB-Offiziers und schliesslich der irre Wunschtraum, an die «Grösse» von Mao dem Massenmörder anzuknüpfen? Pathologische Züge hat das allemal, aber auch Kalkül und Ranküne sind im weltpolitischen Hexenkessel jederzeit auszumachen.

Fazit: Ziemlich desperate allgemeine Lage. Sie ist vom Weltfrieden soweit entfernt wie zu uns das Sternbild der Cassiopeia. 


Kommentare (1)

Ernst Bannwart am 11.12.2017 10:43

Und das alles gibt doch einmal mehr wunderbaren Stoff für ein wiederum frohes, glückliches und zufriedenes Neues Jahr.

Replik: Oh ja, und wie! Wie sagte schon Plutarch: Semper aliquid haeret. Zu Deutsch etwa: Es bleibt immer etwas hängen.
Valentin