Aphorismen

Muss zum Arzt, wer schiessen will?
Warum nicht vorher noch rasch
eine 8,8-cm-FlaK kaufen?

Wie etwa dieser Waffennarr in Heikendorf BRD (siehe Bild). Jetzt eben in der AZ gelesen: Auch im Aargau boome die Nachfrage nach Schusswaffen. Das mache der GLP Angst und löse Fragen aus. So will die Grossratsfraktion der Grünliberalen wissen, ob für Waffenkäufe ein Arztzeugnis verlangt werden kann.

Vorab mal grundsätzlich: Jedes Gesetz, das nicht zwingend einen Sachverhalt regeln muss oder Missbräche verhindern soll oder behindern kann, ist präventiv zu überdenken. Ob ein Arztzeugnis einen potentiellen Waffenkäufer mit psychopatho-logischen Merkmalen stoppen kann, weiss ich nicht.

Aber eines schon: Wer glaubt, eine Waffe besitzen zu müssen, kriegt auch eine, und zwar mit und ohne Waffenerwerbsschein. Das ist bedauerlich aber dennoch Fakt.

An der ganzen Geschichte reizt mich weit eher die satirische Komponente, nämlich die Frage, wofür wir in ferner Zukunft auch noch Erlaubnisscheine und Patente beibringen müssen, etwa für die Begrenzungen des Pommes-Frites-Konsums oder fürs Mäuse-Fallenstellen.

Eine erheiternde Empfehlung gibt eine «Angelina» im E-Paper-Kommentarteil ab. Sie wünscht, dass man vor einem Parteieintritt in die GLP ein Arztzeugnis beizubringen habe, inklusive Psycho-Test.

Nun, das gälte dann aber für alle Parteien. Welche sage ich hier nicht. Ich möchte ja nicht meine beiden angemeldeten Dienstpistolen aus dem Safe holen müssen, nur weil irgendein Parteimitglied die Nerven verliert.

Wenn wir schon - und das ist jetzt auch Satire - für alles Zeugnisse brauchen, wie wär's mit einem Erlaubnisschein für Familiengründungen inklusive Präliminarien, mit einem Zertifikat, die Strassen rückwärts überqueren oder mit dem Fahrrad im MIGROS herumkurven zu dürfen?

Was hielte man von einer Bescheinigung, bierfest zu sein, oder einem Patent für Politiker, das ihnen nachweist, dass sie im Vollbesitz eines verwendungsfähigen Gehirns und angemessenen Anteilen an Verstand und Vernunft sind?


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