Kritikon

Das Problem mit der Satire

Gerne hätte ich heute noch eine kleine Satire geschrieben. In der Regel bieten Tagblätter kugelsichere Vorlagen. Zum Kugeln, richtig. Ja, auch die Aargauer Zeitung.

Nun ja, ein Witzblatt voller Jux und Schenkelklopfer ist die AZ nicht gerade, muss sie auch nicht sein, nicht einmal unfreiwillig. Aber hin und wieder etwas zum Grinsen wäre schon ein Desiderat.

«Ein was?» - «Ein Desiderat.» - «Warum sagst du das nicht deutsch?», hat mich hierauf ein Freund gefragt. Die Antwort ist einfach. Ich wollte ihm demonstrieren, wie Kulturredakteuse Cornelia Sprotzer zu sprechen pflegt. Die sagt nie facebookmässig: «Gefällt mir nicht.» Also unter «Das bereichert nicht meine Vorstellungen von Gefallen», macht die das nie.

Als Kontrastmittel wäre jetzt noch der kulturbemühte Grossrat Möckli Alfons fällig, der nach dem dritten Satz der Jupiter-Sinfonie in der Stadtkirche Altenburg begeistert zu klatschen begann und sich einen entgeisterten Blick des Dirigenten Dimitri Lampoglio und einen gewaltigen Rippenstoss seiner wagnerverrückten und somit kulturtragenden Frau Malvina Brangäne einfing. Nach der finalen Fuge hat er übrigens nicht mehr geklatscht, dafür aber die Bürgerschaft von Altenburg.

Nun gut. Ich sehe es ein. Lustig ist anders. Vielleicht zum Schluss ein Witz? Bitte sehr. Das haut immer hin. Also: Drei Mäuse sitzen an der Bar, saufen und maulen herum, wer von den dreien die mutigste und stärkste ist.
Die deutsche Maus: «Wenn bei uns Mausefallen aufgestellt sind, renn ich hin, klau mit der linken Hand den Käse, fang mit der Rechten den herunterschnellenden Bügel ab, und mache so während dem Essen noch ein bisschen Krafttraining.»
Die italienische Maus: «Wenn bei mir Rattengift ausgelegt ist, nehm ich eine Rasierklinge, hack den Stoff klein, mach mir eine fette Line zurecht, und zieh mir den Schnee durch die Nase!»
Die Maus aus der Schweiz guckt gelangweilt auf die beiden. Sie steht auf und will gehen: «He, Du kannst hier jetzt nicht einfach abhauen! Oder bist du beleidigt, weil du nicht so mutig bist wie wir? Wo willst du überhaupt hin?» Darauf die Schweizermaus: «Ich geh‘ jetzt heim, und besorge es der Katze.»


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