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Weitere Kurzkommentare

Deutschland: Irgendwie haben wir es seit zwei Tagen gewusst. Das kommt nicht gut. Grüner Fundamentalismus und Liberalismus der FDP, das harmoniert nicht. Und das Demokratie-System der Bundesrepublik hat so seinen Tücken und Lücken. Da ist die Confoederatio Helvetica einfach besser.

Schluss mit «Jamaika»: Sie glauben immer noch daran? Seit heute morgen ist Hoffen nur noch Luxus. Schluss mit den Illusionen. Die Aargauer Zeitung titelt «Lindner stürzt Deutschland in die Krise – kommt es nach Jamaika-Debakel zu Neuwahlen?» Welche Krise? Ich würde eher von einer Katharsis sprechen und einen Neustart wünschen, ohne Mischler-Merkel, ohne Seehofer dem Erstarrten, ohne Schulz, der geschwätzigen Europaturbine. Danken wir in Ehrfurcht Herrn Lindner, der als Alexander der Kleine den Gordischen Knoten (im Hals) der BRD durchtrennt hat.

Mensch und Tier: «In Oberrohrdorf findet eine Familie ihre eigene Katze enthauptet auf dem Sitzplatz. In Schinznach-Bad legt jemand für Hunde vergiftete Köder an den Strassenrand. In Zürich-Höngg drangen Diebe in einen kleinen Bauernhof ein und töteten drei Zwerghasen. In der Region Baden hat ein Ehepaar ihre Katzen derart vernachlässigt, dass beide eingeschläfert werden mussten.» Nachrichten dieser Art liessen sich beliebig ergänzen. Die Leserkommentare sind zurecht fassungslos und gepfeffert. Man neigt dazu, Goethes Gedicht «Hypochonder» beizupflichten: «Der Teufel hol das Menschengeschlecht! Man möchte rasend werden!» Um dann aber doch wieder seine beiden letzten Verse wahrzunehmen: «Und kaum seh ich ein Menschengesicht, So hab ich's wieder lieb.» Na ja, auch nicht immer.

Mugabe und Guggigrace: Was wohl hat sie eben zu ihm gesagt? «Jetzt halt mal die Klappe. Ich weiss, wie man Staatspräsidentin schreibt.» Oder: «Jetzt mach dir mal keine Sorgen, das Krokohandtäschen hat nur 15'000 Dollar gekostet.» Oder: «Sei still, nicht hier. Unsere Nummernkonten gehen niemanden was an.» Oder: «Nein, jetzt heul' doch nicht gleich. Ich werde dich und unser Land nie verlassen.» Oder: «Jetzt hör' schon auf, ich kriege immer, was ich brauche ... ja, schon gut, das auch. Du machst das prima.» Und der  neugierige Offizier im Hintergrund, was denkt der wohl? «Oh ja, das kriegt sie. Das mache ich prima. Fragt sich nur, wie lange noch.» (Bild: NZZ, AP Photo/Tsvangirayi Mukwazhi)

Schnaps: Zwetschge gehe besser als Kirsch, sagt Flugzeugmeachniker Hanspeter Küng (51) vom Gasthof Hirschen in Auw. Für den 11.11.17 ist auch die folgende Aussage bemerkenswert: «An einer Fasnacht brauchen wir 40 bis 50 Liter Zwetschge, 1 Liter Kirsch, 1 Liter Träsch, und etwa 3 Liter Chrüter.» Das dürfte ein Satz sein, den moralindurchsäuerte Blaukreuzler wahrscheinlich nicht mögen. Doch er gibt Gelegenheit für ein Geständnis. So ab und an einen Grappa (Nardini) zum Espresso oder einen Kirsch (Mühlebach, Tegerfelden) zum Fondue geniessen, kein Problem, es sei denn, man müsste noch Auto fahren. Da bleibt's dann beim Schwarztee.


Kommentare (1)

Hans Wadsack am 13.11.2017 09:14

Versucht bei Euch im schönen Aargau doch mal einen Zuger Kirsch, z.B. einen vom Etter. Ihr werdet staunen, was Euer kleiner Nachbarkanton alles zustande bringt.

«Die Wüste daddelt.» Von Max Dohner, Autor der AZ

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Wenn man es nicht besser sagen könnte, warum soll man dann nicht andere zum Worte kommen lassen? Hier ist einer, der auch auf mehr als 140/280 Zeichen Substantielles zu erzählen vermag. 

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