Aphorismen

Zur aktuellen Lage: Tanz mit dem Tiger?

Zu Billag fällt mir nichts ein. Ich schaue kein SRF-Fernsehen. Zu alltäglich, zu hausbacken. Ich bitte Sie: «Potzmusig, Glanz & Gloria, GP Australien, Tacho und Rübis und Stübis». Also wirklich! Allerdings meide ich auch die Privatsender, wo man dröge Filme zwischen Felsstürze mit häusergrossen Werbeblöcken klemmt. Ausnahme: «The Big Bang Theory» mit dem genial monomanen Rationalisten Dr. Dr. Sheldon Lee Cooper.

Und überhaupt: Solo-Finanzierung durch Werbung? Irgendwie unsympathisch, nicht. Zudem sind neun von zehn Werbespots so verlogen banal, dass die Balken sich weigern, sich zu biegen.

Was zum Beispiel soll ein Tiger neben einem Typen (siehe Bild), der die Vorzüge des Angebotes eines Kredithaies anpreist? Da hätte der Tiger noch eine schmackhafte Aufgabe.

Andere Küche: Dieser biegsame Bundesrat aus dem Tessin. Ja, die Pass-Geschichte und Tells Geschoss. An sich bloss Medien-Kurzfutter.

Aber: Wenn man politisch einigermassen überleben und wiedergewählt werden will, dann ist Flexibilität doch eine conditio sine qua non. Ja, ja, ich weiss. Sag es deutsch. Jetzt tun Sie mal nicht so unflexibel unorientiert.

Sondern seien Sie realistisch: Das mit der Dehnbarkeit (Oder Akkommodierung, Assimilierung, Akklimatisation, äätsch-bäätsch!) gilt für jeden Politiker. Nicht jeder ist ein kantiger Bringolf, ein störrischer Otto Stich oder ein Helmut Schmidt.

Klar bleibt, wir könnten schon noch ein paar Leute mehr von diesem Format brauchen. Im Kulturkanton ganz besonders. Da ist nicht nur das Wasserschloss bisweilen sehr wässrig.


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