Ad Personam

Das Vermächtnis des Eiligen Martins

Ein Interview in der Kantonalgazette enthüllt die Gründe, warum der GLP-Chef nicht mehr präsidieren will. Es seien hier ein paar nette Bemerkungen ad personam beigesteuert.

Jetzt tritt er ab, das verbale Maschinengewehr und Präsident der Grünliberalen. Und der hat uns noch mal was zu sagen. Dass ihn nämlich seine Mutter in die Politik «motiviert» hätte. Ja, warum denn nicht? Könnte doch wegweisend sein. Obwohl: Muttersöhnchen in der Politik. Woran erinnert das bloss? Aber lassen wir das.

Konzentrieren wir uns auf «die Schaumschläger, die im Kampf um die mediale Aufmerksamkeit tendenziell obenaus schwingen». Mal abgesehen von der talentlosen Formulierung, das Gerangel vor den Kameras und Mikrophonen ist doch ein konstituierender Bestandteil des Wahlerfolges. Das mag man bedauern. Aber es ist so.

Es gilt doch nicht als Zufall, wenn selbst in der Region vor drohenden Wahlen unverhofft Bilder von Aspiranten und Hoffnungsträgerinnen auftauchen. Und sei es bloss hinter einem Bratwurststand oder als Eröffnungshalbgöttin eines Junikäferfestes.

Aber zurück zum entschwindenden GLP-Präsidenten. Man sagt, er habe doch nie «frei von Effekthascherei» agiert und habe sich «als Lieblingskind des Boulevards Erdbeeren essend» profiliert. Na und?

Andere singen in Altersheimen den «geploogeten Hansli» mit oder verausgaben sich schwer keuchend an irgendwelchen Wald- und Wiesenläufen. Dass sie sich nicht in der Badewanne ablichten lassen, zeugt nicht etwa von gutem Geschmack, sondern von der Weigerung gepflegten Journalismus', solch schlüpfrige Privatseifen-opern überhaupt wahrzunehmen.

Ein Satz noch sei uns gewährt: Der Eilige Martin sagt am Schluss eines Interviews: «Ich bin immer wieder überrascht, wie rückständig die Schweiz gesellschafts-politisch ist.» Ist sie das tatsächlich? Es macht manchmal eher den Anschein von zu leichtfertiger Toleranz. Oder man hat auf der Kehrseite die unangenehme Impression, dass sich die Politik zu gebieterisch in das Gesellschaftsleben einmischt.

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Rätsel Nr. 25 «Wer ist es?»

13. Januar 2019

Und schon geht's weiter. Ganz einfach wird es nicht sein. Das bin ich Ihnen schuldig. Alsdann!
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